Die Deutschen mögen Foren
am 23 Februar 2010 von Max
Zwischen den ganzen Social-Media-Hypes, zwischen Twitter und Facebook, gibt es noch eine sehr viel ältere und etabliertere Art der Online-Community: das Forum. Trotz der vielen User und Beiträge, welche diese Communities vorweisen können, wird kaum ein Wort über sie in internationalen oder größeren Social-Media-Portalen verloren. Sind sie tot?
Dazu war jetzt ein Artikel mit dem Namen “Deutschland – Land der Foren” auf dem “Community Management Blog” zu lesen:
Deutschland unterscheidet sich in Bezug auf die Community-Nutzung von anderen europäischen Ländern: Während nach einer in 2008/2009 durch den CIVB zum Thema Wein in Frankreich durchgeführten Untersuchung große horizontale Communitys wie Facebook oder MySpace eine wichtige Rolle spielen, werden im deutschsprachigen Raum gerade für fachbezogene Diskussionen spezialisierte vertikale Themen-Communitys (Foren) als Diskussionsplattform bevorzugt. Trotz Facebook und Co. haben die Foren mit einem Anteil von 90% klar die Nase vorn. Auf den weiteren Plätzen folgen Blogs (5%), Twitter (3%) und Datenbanken (2%).
Wir schließen uns der Meinung des Autors Daniel Langwasser an: Foren sind nicht tot. Sie halten sich nur im Hintergrund, sind unauffällig. Dabei gibt es noch zahlreiche Anwendungsfälle, wo wir derzeit keine Tendenz dafür sehen, dass sie von Facebook oder ähnlichem abgelöst werden. Besonderes für diskussions-starke Interessengruppen wie beispielsweise Gaming-Communities, Studenten, Parteien, sind diese Systeme noch sehr beliebt.
Warum ein Forum statt einer Facebook-Gruppe:
- Man ist unabhängig. Man kann sein Forum so gestalten wie man möchte. Das ist nicht nur auf das Design, sondern auch auf die Struktur bezogen.
- Anonymität ist gewährleistet. Meistens kann man vor einem Großteil der anderen Benutzer anonym bleiben. Aus rechtlichen Gründen kennt natürlich der Administrator zumindest die Email-Adresse und IP.
Gerade für mich (der ich in Deutschland lebe) sind Foren zu einem Alltags-Werkzeug geworden. Man nimmt es gar nicht mehr bewusst da, aber Foren umgeben mich ständig. Sie sind immer noch lebendig und (wie man am Wein-Beispiel sieht) in manchen Bereichen das ungeschlagene Kommunikationsmittel.
Die Frage, warum das Wort “Forum” dann so von den Social-Media-Beratern zu hören ist, lässt sich leicht beantwortet. Sie lassen sich nicht so einfach/gezielt für Marketing-Kampagnen benutzen. Vergleiche mit Blogs oder Fanpages möchte ich hier nicht anführen … es ist wie Apfel und Birnen.




