Rückblick: IT Law Camp

am 22 März 2010 von Max

Am Samstag fand das “IT Law Camp” in Frankfurt statt. Es war nicht nur von der Location, sondern auch von der Thematik etwas besonderes. Es war das erste LawCamp in Deutschland.

Allgemeines:

Das Publikum war wie zu erwarten, auf einem guten juristischen Wissensstand. Es waren gefühlte 70% bis 80% der Teilnehmer männlich. Die meisten trugen Anzüge, der Rest hatte zumindest ein Hemd an. Im T-Shirt zu erscheinen hat sich niemand getraut. Nichts desto trotz war es eine sehr entspannte Barcamp-Atmospähre (in welcher sich zum Unterschied zu anderen Veranstaltungen gesiezt wurde). Ein Lob geht an den Veranstalter Bird&Bird.
Sehr schön war auch die Tatsache, dass alle Session-Vorschläge auch wirklich stattgefunden haben. 30 Sessions waren geplant, 31 vorgeschlagen, weshalb eine im Foyer stattfand. Sehr schön war auch, dass die Sessionpläne sehr schnell ausgedruckt und verteilt wurden.

Location:

Die Location hat sich damit den Titel “best Barcamp-Location” verdient. Während die meisten Barcamps in Uni-Gebäuden (oder ähnlichen) statt finden, war das IT LawCamp im 23. Stock des Frankfurter Skyper. Dem entsprechend waren die Räume auch sehr schön eingerichtet und die Aussicht auch klasse.
Das Essen hat sich diesem Standard angepasst. Es gab sehr aufwendige zubereitete Schnitten. Diese waren zwar etwas klein, dafür aber in ausreichender Menge vorhanden, so dass niemand leer ausgehen musst. Als Nachtisch gab eine breite Vielfalt an frischem Obst, natürlich auch sehr fein zubereitet. Allerdings fand ich die Getränkeauswahl im Gegensatz dazu etwas knapp, denn es gab nur Mineral- und stilles Wasser. Alles andere musste in der Caferia käuflich erworben werden.

Sessions:

Selbstverständlich kann man nur über die teilgenommenen Sessions berichten, doch war überall ein gutes Feedback zu hören. Angefangen hat mein persönlicher Ablauf mit dem Vortrag “Rechtsfragen des Cloud Computing“. Sehr schön für vorbereitete Doppelsession (inklusive Live-Demo von IBM über Telefonschaltung). Jedoch waren mir die Grundlagen des Clound-Computings bereits bekannt, weshalb ich nach nach dem ersten Teil wechselte. Im Anschluss daran das “Grundrecht auf Verschlüsselung”, welches in einem klaren Fazit (In Deutschland hat jeder das Recht seine Daten/Übertragungen zu verschlüsseln wie es ihm beliebt) aber einer interessanten Diskussion endetet, darüber ob man Verschlüsselung nicht vorschreiben sollte. Nach der Mittagspause folgen dann “Freiheit-Sicherheit-Gleichgültigkeit” von Prof. Dr. Heckmann, welcher nicht zu viel ins Recht einging, sondern einen gesellschaftlichen Wandel anstrebte. Mit “Musik im Netz – alles jederzeit und umsonst” war auch die Musikindustrie vertreten. Dr. Drücke hat uns eine sehr schöne Präsentation geliefert, wie sich die Musikindustrie entwickelt hat und wie die aktuellen Statistiken (im Bezug der Raubkopien) aussehen. Leider hat dies im juristischen Umfeld leider etwas den Begeschmack der Thematik “Abmahnanwälte” bekommen . Am Schluss war noch Henning Kriegs Vortrag “Social Media Marketing” von Relevanz, den ich allerdings schon auf dem Twittwoch gehört hatte. Allerdings kann ich diesen Vortrag nur jedem wärmstens empfehlen.
Es war schön zu sehen, dass auch Juristen sich nicht nur in Rechtsnormen verständigen und alles wissen, doch es (gerade im Web) noch viel zu lernen gibt und noch viele Bereiche gibt, für die genaue Gesetze fehlen.

Gesamtfazit:

Organisation: 2+
Teilnehmer: 2+
Location: 1
Nahrung: 2+
Session: 2

Das Gesamtfazit bekommt damit die Schulnote 2+ verliehen. Es war eine gute Möglichkeit als Student der Wirtschaftsinformatik etwas mehr über die rechtlichen Hintergrund hinter dem Handeln zu erfahren. Auch war es bewundernswert, wie gut dass Barcamp-Prinzip bei dem Publikum ankam. Für viele war es nämlich die erste Barcamp-Erfahrung und ich bin zuversichtlich, auch einige Personen davon auf anderen Veranstaltungen wieder treffen zu können.




Ein Kommentar zu “Rückblick: IT Law Camp”

  1. Vor gut einem Monat… « LawCamp @ Bird & Bird sagt:

    [...] Deutlich war allerdings, dass entgegen manch einer Anmerkung – „Trauerflor“ – eine Verkleidung a la BarCamp nicht erforderlich war. Die offene Atmosphäre hat die Teilnehmer vielmehr [...]

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